Stadtrallye mit Actionbound
Jugendliche machen Stadtgeschichte digital erlebbar

Startpunkt der Rallyes ist immer eines der Häuser des Stadtmuseum Berlins

Das Stadtmuseum Berlin ist seit 2017 im Stadtraum mit neuen Formaten präsent. Die Nutzung digitaler Medien spielt eine zentrale Rolle: In Projekten entwickeln Schülerinnen und Schüler interaktive Stadtrallyes. Diese Bounds machen den Stadtraum und seine Geschichte(n) für alle Interessierten spielerisch erlebbar.

Jugendliche erstellen Aufgaben im Bound-CreatorIm Stadtmuseum Berlin entwickeln Jugendliche regelmäßig Stadtrallyes zu verschiedenen stadtgeschichtlichen Themen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen die Inhalte in mehrwöchigen Schülerprojekten selbst. Diese Stadtrallyes richten sich an die interessierte Öffentlichkeit.

Unabhängig von den Öffnungszeiten der Museen werden die Ausstellungsthemen so im Stadtraum digital erlebbar.

Bisher sind insgesamt fünf Touren in der näheren Umgebung der Häuser des Stadtmuseums Berlin zu drei Themen spielbar: “Rund um die Klosterruine”, “Berlin im Barock” sowie drei Touren zu Ost-Berliner Orten damals und heute.

So laufen die Schülerprojekte im Stadtmuseum Berlin ab: Zu Beginn werden den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern das Format der Stadtrallye und die Funktionen der App vorgestellt. Für ein Projekt stand den Jugendlichen sogar ein Mitarbeiter von Actionbound Rede und Antwort.

Rechercheergebnisse und Ideen werden im Projektraum den anderen Schüler*innen präsentiertDanach spielen die Jugendlichen bereits vorhandene Bounds, um mit dem Format der Stadtrallye vertraut zu werden. Thematische Aufhänger der Schülerprojekte sind neben Orten in der näheren Umgebung vor allem die wechselnden Ausstellungen des Stadtmuseums Berlin. Zum Rahmenthema recherchieren die Jugendlichen in einem nächsten Schritt, aufgeteilt in Gruppen, auf verschiedenen Wegen: Sie besuchen die Ausstellung, führen vertiefende Gespräche mit den Kuratorinnen und Kuratoren aus dem Museum und erkunden vor Ort den Stadtraum.
Aus dem Vergleich der Geschichte mit dem heutigen Stadtbild bestimmten die Jugendlichen Schlüsselorte und Inhalte, die sie als relevant befinden. Der gesamten Projektgruppe präsentieren die Jugendlichen danach die Ergebnisse ihrer Recherche.

Interaktive Elemente, die die Jugendlichen mit dem Bound-Creator erstellen, lassen aus einer Aneinanderreihung von Orten eine spielerische, virtuelle Brücke zwischen dem historischen und dem heutigen Berlin, zwischen dem Stadtmuseum und dem realen Stadtraum entstehen.

Schülerinnen besprechen mit der Kulturvermittlerin ihre BoundsEin ganz wichtiger Schritt im Projektprozess ist das gegenseitige Testen der in Gruppen entwickelten Rallyeabschnitte. Die Schülerinnen und Schüler geben sich dabei Feedback: Sind die Aufgaben eindeutig lösbar? Gibt es zu lange Wege ohne Interaktion? So wechseln die Jugendlichen zwischen der Perspektive der Entwicklerin und des Nutzers, bevor die einzelnen Abschnitte zu den finalen Routen zusammengeführt werden.

Zum Schluss präsentieren die Jugendlichen ihre Projektergebnisse im Rahmen von Ausstellungseröffnungen oder -finissagen. Sie erhalten so die Möglichkeit, ihre fertigen Stadtrallyes einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

Bei der Ausstellungseröffnung präsentieren die Jugendlichen ihre fertigen Rallyes im MuseumDidaktisch bewirken die Schülerprojekte zweierlei: Sie erfordern von den Schülerinnen und Schülern eine hohe Transferleistung, indem sie die selbst erarbeiteten historischen Inhalte im Format einer Rallye weitervermitteln. Darüber hinaus fördern sie die Verbindung von Geschichtsunterricht mit außerschulischen Lernorten sowie die Medienkompetenz.

„Im Rahmen der Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin ermöglichen Actionbound-Projekte es nicht nur prozessorientiert und nutzerzentriert zu arbeiten, sondern auch eine digitale Brücke zwischen Inhalten aus dem Geschichtsunterricht und der Schülerwelt im musealen Kontext zu schlagen.“ (Schady Ali-Abbassi, Lehrerin)

Doch nicht nur für die Schule und die Jugendlichen stellen diese partizipativen Projekte eine bereichernde Erfahrung dar. Auch das Stadtmuseum Berlin profitiert davon: ein interaktives, digitales Angebot, das sich an alle Interessierten richtet und unabhängig von den Öffnungszeiten und auch nach Ausstellungsende, langfristig für alle Berlinerinnen und Berliner, sowie Gäste der Stadt verfügbar ist.

https://actionbound.com/bound/stadtmuseumberlin-klosterruine
https:/actionbound.com/bound/stadtmuseumberlin-barock
https://www.stadtmuseum.de/aktuelles/ost-berlin-per-app

Über die Projektmacher*innen:
Das Fachteam Outreach und Vermittlung am Stadtmuseum Berlin bietet verschiedene Formate an, um die Geschichte(n) der Stadt zu entdecken. Mit Actionbound arbeitet das Team bereits seit 2016. In Kooperation mit einer Schule und Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern entwickeln Jugendliche die Stadtrallyes. Moritz Behrmann betreut als Werkstudent diese Schülerprojekte seit 2018. So vertieft er leidenschaftlich das Zusammenspiel von Vermittlung im Museum und dem Stadtraum, Projektarbeit sowie Medienkompetenz.

Logo Stadtmuseum Berlin

Verfasser: Moritz Behrmann

Bildverweise:

Bild 1: Startpunkt der Rallyes ist immer eines der Häuser des Stadtmuseum Berlins, 2017 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring
Bild 2:Jugendliche erstellen Aufgaben im Bound-Creator, 2018 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Bild 3: Rechercheergebnisse und Ideen werden im Projektraum den anderen Schüler*innen präsentiert, 2017 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring
Bild 4: Schülerinnen besprechen mit der Kulturvermittlerin ihre Bounds, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Moritz Behrmann
Bild 5: Bei der Ausstellungseröffnung präsentieren die Jugendlichen ihre fertigen Rallyes im Museum, 2019 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Robert Bähre

Das Actionbound-Team bedankt sich herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit! Weitere Erfolgsgeschichten findest du hier.