Ort finden, GPS und Kompass

Da immer wieder Fragen zum Element Ort finden auftreten, möchten wir kurz darstellen, was mit dem Einsatz von GPS und Kompass möglich ist und was es dabei zu beachten gilt:

Für das Element Ort finden stehen zwei Möglichkeiten der Zielführungen zur Verfügung: Karte anzeigen und Richtungspfeil verwenden.

Wird in den Optionen Karte anzeigen ausgewählt, werden Zielort und aktueller Standort auf einer Karte dargestellt. Hierbei ist es notwendig, dass Actionbound Zugriff auf den Standort des Mobilgeräts hat. Damit das GPS-Signal empfangen werden kann, muss man sich unter freiem Himmel befinden.
Der mit Hilfe von GPS ermittelte Standort ist immer mit einer Ungenauigkeit behaftet, die aus dem GPS-Signal herrührt. Diese Ungenauigkeit kann je nach Signalstärke wenige bis mehrere Meter betragen. Aus diesem Grund ist um die Koordinate, die im Element Ort finden gesetzt wird, ein Radius von 20 Meter definiert. Wird das Mobilgerät innerhalb dieses Radius erkannt, gilt der Ort als gefunden. Deshalb sollte man sich im Vorfeld überlegen, wohin man die Teilnehmer navigieren lassen möchte und die Koordinate dementsprechend setzen. Liegt der Punkt z.B. in bzw. auf einem Gebäude oder in der Mitte eines Sees, kann es durchaus sein, dass die Teilnehmer niemals an den Radius des Ortes herankommen.

Nicht optimal gewählte Koordinate: GPS1.png

Der Punkt befindet sich innerhalb eines Gebäudes. Da hier kein GPS-Signal zur Verfügung steht, kann der Ort möglicherweise nicht erreicht werden.

Gut gewählte Koordinate: GPS2.png

Der Ort befindet sich auf einem freien Platz vor dem Gebäude. Hier ist ein GPS Empfang möglich, der Ort kann gefunden werden.

Wird Richtungspfeil verwenden ausgewählt, wird statt der Karte ein Pfeil angezeigt, der den Weg zum Zielort zeigt. Dieser Pfeil wird nur angezeigt, wenn das Mobilgerät über ein Kompass-Modul verfügt. Ist dies nicht der Fall, wird statt dem Richtungspfeil die Kartenansicht eingeblendet.
Auch die Genauigkeit des Kompass kann stark schwanken. Ursache dafür können ein nicht kalibrieter Kompass oder Störeinflüsse aus externen Quellen, wie z.B. elektromagnetische Interferenzen anderer elektrischer Geräte, Handyhüllen mit Magnetverschluss oder ähnliche Accessoires sein.

Sowohl für die Kartenansicht als auch den Richtungspfeil verwendet Actionbound Daten, die vom Mobilgerät zur Verfügung gestellt werden:

  • GPS: bis auf wenige Meter genau
  • Wi-Fi: Nahe Wi-Fi-Netzwerke werden zur Ortung herangezogen
  • Mobilfunknetze: diese sind nur auf einige Hundert Meter genau

all.png

Wenn der Standort nicht genau ermittelt werden kann, wird um den Punkt ein blauer Kreis gezogen. Der tatsächliche Standort befindet sich irgendwo innerhalb dieses Kreises. Je kleiner der Kreis ist, desto genauer wird der Standort erkannt. Ein ungenauer Standort bzw. Kompassanzeige kann unterschiedliche Ursachen haben: das Mobilgerät ist nicht kalibriert, elektromagnetische Interferenzen stören, das Kompass-Modul ist beschädigt (Fallschaden), GPS kann auf Grund von Bäumen oder Häusern nicht ermittelt werden, Teilnehmer bewegen sich in Gebäuden, hohe Gebäude beeinträchtigen die Übertragung zu Mobilfunkmasten, GPS ist deaktiviert oder im Mobilgerät ist kein GPS-Modul verbaut.

Es ist daher sinnvoll, die Standorteinstellungen des Gerätes zu überprüfen und das Mobilgerät vor dem Gebrauch gegebenenfalls zu kalibrieren (Android, iOS).

Karten in Actionbound

In den letzten Wochen haben wir den Kartenfunktionen von Actionbound viel Zuneigung geschenkt. Was dabei herausgekommen ist, möchten wir euch hier vorstellen.

abschnitt-mit-stamen-watercolor.png

Actionbound nutzt jetzt auch die freien Karten von OpenStreetMaps! Aber nicht nur das, wir haben auch wunderschönes Kartenmaterial von Stamen Design und neue Styles von Google Maps implementiert.

Die Karten von OpenStreetMap und Stamen Design können sogar für die Offline-Nutzung komplett vorgeladen werden. So können Teilnehmer von Bounds in Szenarien ohne Internetverbindung auch während des Spielens auf Kartenmaterial zurückgreifen, um den Weg leichter zu finden und GPS-basierte “Ort finden”-Aufgaben zu lösen.

track-drag-drop-map.png map-stile.png

Das Kartenmaterial wird durch den Ersteller eines Bounds in den Einstellungen jeweils für den ganzen Bound festgelegt und wird dann im Bound-Creator und in der Actionbound-App überall wo es Karten gibt angezeigt.

Außerdem können jetzt auch Tracks, also der Weg, den die Teilnehmer eines Bounds zurücklegen sollen, als blaue Linie auf allen Karten dargestellt werden. Eine Track-Datei (GeoJSON, GPX oder KML) definiert diesen eingezeichneten Weg, welcher den Spielern hilft, auf der richtigen Route zu bleiben. Eine Track-Datei kann selbst mit einem GPS-Gerät aufgezeichnet oder im Browser, beispielsweise per MotoPlaner, GPSies, OpenRouteService oder mit Google Maps geplant und heruntergeladen werden. Diese Datei kann dann beim Punkt “Track” in den Einstellungen eines Bounds hochgeladen werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Track automatisch aus Abschnitten erstellen zu lassen. Dabei ist wichtig, dass die im Bound eingebauten Abschnitte auch mit GPS-Koordinaten versehen sind. Auf Knopfdruck werden diese Abschnitte per Luftlinie verbunden und daraus ein Track erstellt.

Der Startpunkt wird nun auf mehr Karten angezeigt und eine Zielkoordinate kann jetzt auch festgelegt werden.

Außerdem neu in Actionbound 2.9

  • Das Look and Feel der Actionbound-App ist jetzt leichtgewichtiger
  • Zoomen von Bildern
  • Unterstützung von Türkisch und Arabisch
  • Verbesserung des Listen-Sortieren-Features

… und vieles mehr! Zum Download der Actionbound-App geht es hier entlang.

Wir bedanken uns bei den Naturfreunden für die Unterstützung bezüglich OSM und der Übersetzung!

Außerschulische Leseförderung in den Ferien

App ins Buch – Aus einer Geschichte wird ein Actionbound

Florian Küpper – Jugendleseclub Beckum

Außerschulische Leseförderung in den Ferien mit Actionbound Außerschulische Leseförderung in den Ferien mit Actionbound. Copyright: Florian Küpper

Zwischen Computerspielen und Büchern lassen sich spannende Parallelen entdecken, die auch leseferne, aber gamebegeisterte Jugendliche ansprechen. Die Möglichkeit hier wie dort, der Fantasie freien Lauf zu lassen, Geschichten zu erfinden und zu erleben, in neue Charaktere zu schlüpfen und Herausforderungen zu bestehen. Auch im Bereich der Leseförderung bietet sich eine Kombination aus Print- und digitalen Medien an, um leseunlustige Jugendliche dort abzuholen, wo sie medial zu Hause sind. Eine abwechslungsreiche und zugleich kostengünstige Variante bietet hier die Software Actionbound.

Ein Actionbound ist im Grunde eine interaktive Rallye, die mittels Smartphones oder Tablets gespielt wird. Das Prinzip ist ähnlich zur herkömmlichen Schnitzeljagd, jedoch können die Spieler durch die digitale Variante viel stärker eingebunden werden und die Rallye ist um einiges interessanter. So lassen sich Actionbounds zum Beispiel nutzen, um eine interaktive Bibliotheksführung anzubieten. Dazu kann man die typischen Stationen einer Führung in einen Actionbound umwandeln. „Finde ein Buch zum Thema ‚Ritter‘ und mache ein Foto davon!“, „Was findest du im Keller unserer Bücherei?“ Ein solcher Bound kann von der Bibliothek selbst erstellt werden. Im Bereich der Medienbildung können die Bounds aber auch mit einer Gruppe von Jugendlichen gemeinsam erarbeitet werden.

Der Jugendleseclub Beckum hat dies in seinem dreitägigen Sommerferienprogramm „App ins Buch“ ausprobiert. Bereits seit zwei Jahren ist der Jugendleseclub Beckum in dem Leseförderungsprojekt „Literanauten überall“ des Arbeitskreis für Jugendliteratur aktiv. Idee des Peer-to- Peer-Projekts ist es, dass lesebegeisterte Jugendliche Projekte entwickeln, um auch bei lesefernen Jugendlichen das Interesse am Buch zu wecken. In ihrem Projekt „App ins Buch“ entwickelte der Jugendleseclub auf Grundlage des Buches „Reality Game“ (dtv) von Andreas Schlüter eine digitale Schnitzeljagd. Daran nahmen 14 Jugendliche – überwiegend Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren – teil, die durch die Kooperation mit dem Jugendtreff „Altes E-Werk“ auf das Ferienangebot aufmerksam wurden.

Frank kann es kaum glauben - er ist bei dem "Reality Game" angenommen worden, einer interaktiven Spieleshow, die in den Medien viel Aufmerksamkeit erregt hat. In einer ihnen unbekannten Stadt müssen die Teilnehmer einzeln und gegen die Zeit Aufgaben lösen und eine große Schnitzeljagd absolvieren - ohne dass sie von den "Trappern" der gegnerischen Teams gefunden und gefangen werden. Man muss sehr vorsichtig sein - und sportlich, denn so manches Mal bleibt Frank gar nichts anderes übrig, als zu rennen, so schnell er nur kann. Das Spiel macht ihm und seinen Freunden, die alles von zu Hause verfolgen und ihm beim Lösen der Rätsel helfen dürfen, zuerst auch sehr großen Spaß - doch dann wird deutlich, dass mit der ganzen Geschichte etwas nicht zu stimmen scheint ... (Überleitung zum Workshop "App ins Buch"nach dem Buch "Reality Game" von Andreas Schlüter)

Die im Roman beschriebene "Schnitzeljagd" sollte nun auf den Veranstaltungsort Beckum transportiert und in eine digitale Rallye umgewandelt werden, bei der es – ähnlich wie im Buch – verschiedene Aufgaben zu lösen gilt. Die Einführung in die literarische Vorlage erhielten die Teilnehmer durch Textauszüge und die Buchvorstellung der Leseclubmitglieder. Die Technik – Tablets, Handy, Laptop – und die Software "Actionbound" (mit der die Rallye erstellt wird), vermittelte der Medienpädagoge Philipp Dubberke vom Spieleratgeber NRW.

Nach Registrierung auf der Actionbound-Homepage ist es möglich eigene Bounds zu erstellen: Erst legt man einen Titel fest, dann kann man die verschiedenen Station des Bounds nach dem Baukastenprinzip zusammen klicken. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, und stellt für Digital Natives kein Problem dar. Auch ohne große Einführungen können die Teilnehmer erste Bounds kreieren und nutzen dabei die vielseitigen Möglichkeiten, die die Software ihn bietet: Man kann dem Spieler Informationen geben, klassisch als Text oder in Form einer Soundaufnahme oder eines Video-Clips. Am Häufigsten wird für die Bounds das Frage-Modul verwendet. Hier werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, wie die Lösungseingabe erfolgen soll: Multiple Choice, ein Zahlenbereich um etwas zu schätzen, eine Liste, in der die Antworten in die korrekte Reihenfolge gebracht werden müssen. – Und um dem Bound mehr Action zu verleihen gibt es die Möglichkeit im Hintergrund einen Countdown ablaufen zu lassen. Im Gegensatz zu den Fragen, bei denen es um die richtige Antwort geht, steht bei dem Aufgaben- Abschnitt die Kreativität im Vordergrund. Hier müssen die Teilnehmer einen Text, ein Foto oder auch ein Video zu einer gegeben Aufgabe erstellen.

Das Erstellen des Bounds nimmt ein wenig Zeit und Arbeit in Anspruch: Die Texte der Aufgaben sollen natürlich möglichst nett oder witzig sein, damit der gesamte Bound zu einem Erlebnis wird. Beim „App ins Buch“-Projekt haben die Teilnehmer die Aufgaben mit Unterstützung des Buches konstruiert. Ungefähr so wie der Protagonist Frank im Buch sollten die Teilnehmer des Bounds verschiedene Orte in der Stadt finden und dort Rätsel lösen. Dafür haben sich die Teilnehmer erstmal bei einem Rundgang spannende Orte für ihren Bound gesucht und lernten ihre Stadt mit neuem Blick kennen. In einem zweiten Schritt wurden dann Fragen und Aufgaben zu den Orten überlegt, und diese dann in den Bound eingebunden. Dieser Entwurf ist dann getestet, verbessert und wieder getestet worden. – Solange, bis man mit dem Ergebnis zufrieden war.

Neben diesen „einfachen“ Elementen gibt es noch ein paar Weitere, die einen Bound um ein Vielfaches interessanter machen können: Beim Turnier-Element lässt die App die Teilnehmer gegeneinander antreten, fragt die jeweiligen Sieger ab und ermittelt so einen Gewinner. Über das Umfrage-Element können die Spieler zu verschiedenen Themen befragt werden, mittels des „Code scannen“-Elements müssen die Spieler einen QR-Code suchen und mit dem Smartphone scannen, das GPS-Element lässt die Spieler erst weiter, wenn sie einen vordefinierten Punkt erreicht haben.

Die Möglichkeiten sind umfangreich und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bei „App ins Buch“ wurden vor allem die GPS- und QR-Code- Funktionen häufig eingesetzt, da diese Bounds draußen stattfanden. Am dritten Tag des Ferienprogramms waren die verschiedenen Bounds fertig gestellt. Zeit für die Kleingruppen gegeneinander anzutreten und um die höchste Punktzahl zu kämpfen, die bei den Bounds erreicht werden kann. Zum Abschluss gab es für die Teilnehmer verschiedene Gewinne - nicht zuletzt natürlich auch das Buch von Andreas Schlüter, das die Teilnehmer bisher nur in Auszügen kannten. Es aber nun unter einem ganz neuen Blickwinkel lesen wollten.

Das Gute an einem Actionbound ist, dass er nicht nur einmal, sondern mehrmals genutzt und gespielt werden kann. Ist der Bound einmal fertig und „online“ gestellt, ist er für alle Nutzer der App frei zugänglich. Um einen Bound zu spielen, sucht man ihn einfach über die App aus. Danach müssen ein Team-Name ausgewählt und die Mitspieler angegeben werden. Sobald dies erledigt ist, startet schon der Actionbound. Auch der Bound zu „App ins Buch“ ist auf www.actionbound.de abrufbar und kann von allen, die Beckum besuchen gespielt werden.

Florian Küpper ist Mitglied des Jugendleseclubs Beckum und seit März 2013 bei den „Literanauten“ aktiv. Die „Literanauten überall“ sind eine Initiative im Rahmen von „Kultur macht strak. Bündnisse für Bildung“ und werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Weitere Informationen unter www.literanauten.org


Dieser Beitrag ist Teil von „Die Bibliothek spielerisch entdecken mit der Lern-App Actionbound “. Ein Inhaltsverzeichnis finden Sie hier.

88x31.png „Die Bibliothek spielerisch entdecken mit der Lern-App Actionbound“ von Simon Zwick, Cynthia Lengler, Ilka Hamer, Annette Güzelmeriç, Eugenie Schatz, Dörthe Wiethoff, Florian Küpper, Christoph Deeg ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.